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Quelle: Jamie G.

Draußen laufen kleine Waschbärbabys rum – muss ich helfen? TEIL II

Waschbärbaby gefunden Teil II (ab 6ter Woche)

(Unter 6 Wochen siehe Teil I)

Nun ist die Zeit, dass Waschbärkinder ihre Umgebung erkunden. Sie sind teilweise sehr zutraulich und ohne scheu. Die Mutter kann gerade auf Futtersuche sein! Also bitte nicht sofort einsammeln! Beobachten, aber im Abstand, denn so lange der Mensch in der Nähe ist, wird die Mutter sich nicht zeigen. Sollten die kleinen fit und wohlgenährt aussehen, nicht schreiend umherlaufen, kann man davon ausgehen, dass sie versorgt werden. Waschbären benötigen bis Herbst Hilfe! Vorher sind sie nicht alleine überlebensfähig!

Ist es definitiv gesichert, dass es sich um Waisenkinder handelt, dann nutzt erst einmal den

Erste Hilfe Plan!

Einen Tierarzt oder einen waschbärerfahrenen Menschen finden der hilft, sollte das aber mal nicht funktionieren, weil es mitten in der Nacht ist oder wirklich niemand erreichbar ist, dann BITTE die einzelnen Punkte durchlesen und nach besten Möglichkeiten umsetzen.

Von anderen Haustieren fern halten, da auch die Möglichkeit bestehen könnte, dass das Tier an Staupe erkrankt sein könnte! Die Inkubationszeit liegt bei 4-7 Tage!

Sobald das Trinken gut funktioniert, entwurmen!
Um an den Waschbärspulwurm zu erkranken muss man Waschbärkot oral einnehmen! Auf Hygiene achten!

1. Ist er verletzt? – wenn ja, dann sofort zum Tierarzt. Ein Tierarzt darf eine akute Erstbehandlung NICHT ablehnen. Die Kosten dafür kann er allerdings in Rechnung stellen. Jedoch verlangen die wenigsten die vollen Behandlungskosten, nette Tierärzte sogar garnichts bei Wildtieren.

2. Das Bärchen nicht unbedingt einem Jäger oder Förster überlassen, teilweise sind auch beim Veterinäramt schwarze Schafe und werden das Bärchen töten (lassen) – Ist der Waschbär auf eigenem oder befriedetem Grundstück gefunden worden und benötigt Hilfe, darf es nicht weggenommen werden und man ist auch strafrechtlich nicht wegen Wilderei belangbar. Im Gegenteil, es muss / darf dem Tier geholfen werden. (Tierschutzparagraph 1). Sollte er nicht auf einem befriedetem Grundstück gefunden worden sein, muss es der Polizei oder dem Jagdpächter gemeldet werden. Der Jagdpächter kann es töten oder das Tier dem Finder zum Päppeln überlassen.

3. Auf Parasiten untersuchen! Flöhe rauskämmen und rauswaschen. Auf Maden und Fliegeneier am Körper und Ohren untersuchen ggf. absammel, mit einer weichen Zahnbürste auskämmen. Zecken entfernen. Ist das Bärchen nass und kalt? – Dann bitte wärmen mit einem Körnerkissen oder einer Wärmflasche. Zur Not auch eine Coca Cola Flasche mit warmen Wasser hinlegen. Bitte nicht zu heiß! (Wärmequelle vorher in ein Handtuch einpacken). Hauttest: Hebt die Haut an, zieht sie sich sehr langsam zurück, liegt ein Flüssigkeitsmangel vor. Das Tier benötigt eine spezielle Trinklösung aus Elektrolyten um den Kreislauf und Wasserhaushalt zu stabilisieren. Ist das Tier stark geschwächt, wird vom Tierarzt eine Elektrolytlösung als Infusion verabreicht. Man kann auch selber, natürlich nur erfahrene Päppler, eine Elektrolytelösung und ein Vitamin B Komplex subkutan verabreichen.

In 200 ml abgekochtes Wasser oder Fencheltee werden
2 Teelöffel Traubenzucker oder Honig und eine kleine Prise Salz gegeben
Diese Mischung hilft als erste Flüssigkeitsversorgung danach muss das Tier in kompetenter Hand mit vollwertigem Muttermilchersatz weiterversorgt werden.

Sofortige Milchersatzgabe kann zu Krämpfen oder zum Kreislaufzusammenbruch führen, dauerhaftes Füttern mit der Teelösung bedeutet aber Mangelernährung!

4. Dem Bärchen Schutz bieten durch eine dunkle Höhle (Schuhkarton mit Decke oder Handtuch etc).

5. Ist das Bärchen bissig und knurrt? – ggf Handschuhe anziehen. Keine ruckartigen, schnellen Bewegungen, Krach vermeiden, Hunde und Kinder fern halten.
Versuchen, dass das Tier alleine auf einen zukommt.
Bedenkt, es ist ein Wildtier, welches panische Angst hat und sich nur schützen möchte. Es ist ein Waschbärbaby, das gerade seine Mutter verloren hat und unter Schock steht!

6. Wenn möglich, Temperatur messen (optimal bei Babys liegt diese bei 38°C ). Wiegen und dokumentieren.

7. Besteht die Möglichkeit Einkaufen zu fahren, dann bitte Royal Canin Dogmilk besorgen, gibt es beim Fressnapf oder Futterhaus (darf auch die Katzenmilch von RC sein, sind von den Inhaltsstoffen identisch – nur teurer) und mit Wasser nach Anleitung anmischen! In Schälchen oder Flasche lauwarm anbieten.
Notfalls auch gemanschte Banane mit Schmelzflocken, Griesbrei, Hirsebrei oder Babybrei mit warmen abgekochtem Wasser, oder selbstgemachter Karottenbrei. Auch 
Hundetrockenfutter aufgeweicht oder Rührei ohne Gewürze wird mitunter angenommen. KEINE (Kuh)Milch und auch keine z.B. Whiskas Katzenmilch! Das führt zu Durchfall!
Auf alles verzichten, welches Zusatzstoffe, Zucker, (Kuh)Milch und Säure enthält. 
Hilfreiche Links zu Adressenfinder!

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