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Ein Waschbärbaby zieht ein – wie ziehe ich es groß

Das sollte immer im Haus sein, wenn man ein Waschbärbaby großziehen möchte:

  • Royal Canin Babydogmilk, KMR-Instant oder Farmfood – wir nehmen seit Jahren Royal Canin und haben gute Erfahrungen damit gesammelt.
    Aufzuchtflaschen (sind im 2 Kilo Eimer von Royal Canin enthalten).
  • Kleine 1ml Spritzen, falls sie anfänglich die Flasche verweigern.rc
  • Box mit Deckchen, Kuscheltier (wenn sie alleine sind).
  • Wärmelampe, Wärmematte oder Snugglesafe (28° C! – kann langsam bis zur 5ten Woche auf Zimmertemperatur gesenkt werden).
  • Flohspray für Hunde- oder Katzenwelpen (falls von Ektoparasiten wie Flöhe, Zecken, Haarlinge befallen).
  • Flubenol – Entwurmungspaste (Beginn ab der 2-3 Lebenswoche).
  • Surolan – Erste Hilfe bei Ohrmilben (trotzdem TA aufsuchen).
  • Kolloidales Silberwasser oder Emergency Spray von LR für evtl. (Erste Hilfe) Wundbehandlung.
    (wir schwören darauf! Naturmittel helfen auch, es muss nicht immer Chemie sein – Emergency Spray kann auch bei uns erworben werden (ist auf Aloe Vera Basis)).
  • Elektrolyte bei Flüssigkeitsverlust geben z.B. „Multi-Elektrolyte“.
  • Stullmisan – hilft gut gegen Durchfall (aber Achtung! Kleine Bärchen habe oft während der Flaschenzeit gelblich, weichen, geformten Stuhl, das ist nicht immer gleich Durchfall!).
    Auch ein wenig Untermischung von Reisflocken in die Milch kann schon helfen.
  • Laktulose, Microlax oder auch 2 Tropfen Parafinöl in die Milch – sollte es Verstopfungen geben.

Ein Waisenkind sollte zunächst auf den Gesundheitszustand untersucht und dementsprechend ge- und behandelt werden. Gibt es schon andere Bärchen im Haus – separieren, um evtl. Krankheiten wie z.B. Staupe nicht zu übertragen. (Gilt besonders für die älteren Bärchen). Bei sehr jungen Waschbären sollten aufgrund des
noch sehr schwachen Immunsystem andere Tiere ferngehalten werden, sowie regelmäßiges Händewaschen und desinfizieren ist Pflicht!

Warmhalten ist sehr wichtig! Sie benötigen eine Temperatur von konstant 28° C. Diese wird langsam bis zur 5ten Woche auf Zimmertemperatur gesenkt. Gerne auch immer wieder Körperwärme! Das heißt, je kleiner sie sind, desto öfter tragt sie auch bei euch (wenn ihr liegt oder sitzt) um ihnen eure Körperwärme und Liebe zu geben.
Eine kleine Box mit Wärmelampe ist unabdingbar. Messt genau die Temperatur an der Stelle wo die Bärchen liegen, nicht das es zu heiß ist und sie austrocknen und sterben! Vorsicht bei Rotlichtlampen.

Die ersten Tage benötigen sie alle 2 -3 Stunden (Tag und Nacht) die Flasche. Ab der 2ten Woche kann man die Abstände verlängern und später in der Nacht auch
6 – 8 Stunden pausieren. Achtet auf sie, sie melden sich, wenn sie Hunger haben und denkt daran, jedes Tier tickt anders.

Stellt die Milch nach Anleitung her. Zwingt sie nicht zum Trinken! Sie trinken so viel wie sie brauchen. Legt sie beim Trinken nicht auf den Rücken!!!
Video dazu
Am besten den Waschbären auf den Bauch legen und dann die Flasche geben! Bei sehr kleinen Bärchen hat es sich bewährt sie auf eine weiche Unterlage zu legen. Mit einer Hand die Unterlage samt Bärchen um ca. 45 Grad anwinkeln – am eigenem Körper anlehnen, damit eine Seitenstabilität gegeben ist und mit der anderen Hand die Flasche geben.
Nach dem Trinken immer den Ano-Genitalbereich leicht mit einem feuchtwarmen Tuch massieren , um Kot und Urin absetzen zulassen. Ein Bärchen setzt dann in der Regel immer Urin ab, Kot anfänglich mehrfach täglich, später ca. einmal am Tag.

Ein Bärchen trinkt anfangs etwa 15% bis 20 % seines Körpergewichtes, d.h. ein 100 gr. schweres Bärchen erhält täglich ca. 15 ml bis 20 ml Milch. Es ist nur ein Richtwert! Kein MUSS! Mit zunehmenden Alter steigt natürlich auch die Milchmenge. Bis zur 6ten Woche liegt sie etwa bei 25% des Gewichtes. Die Milch sollte eine Temperatur von ungefähr 38 bis 39° C haben.

TIPP: Spritz ein paar Tropfen der Milch auf die Innenseite deines Handgelenkes, spürst du weder warm noch kalt, hat es die richtige Temperatur. Wir bereitenlanisoh morgens immer die Tagesration einmal fertig, stellen sie in den Kühlschrank und zu den entsprechenden Mahlzeiten wird die benötigte Menge in einem Flaschenwärmer aufgewärmt.

Wichtig ist die Saugergröße! Am Foto sehr ihr wie groß das Mäulchen eines Waschbäbabys ist. Anfänglich bis zur 3ten Woche reichen noch die Sauger für Hunde aus dem Royal Canin Eimer! Eine Waschbärmutter hat lange Zitzen die an der Basis dicker sind. Achtet darauf, dass der Sauger gut vom Mäulchen umschlossen wird, es sollte keine Nebenluft gezogen werden oder zu viel Milch aus der Öffnung fließen. Das führt zu Blähungen oder Verschlucken. Verschlucken kann zu einer Lungenentzündung führen, die nicht selten zum Tode führt.
Ist das Baby ungefähr 3 Wochen alt, haben wir sehr gute Erfahrungen mit den Flaschen und Saugern (Größe S) Lansinoh gemacht. Die haben tolle
Sauger! Geschmacksneutral, sehr weich, gute Anpassung durch die Form an das Mäulchen der Kleinen und mit Belüftungsloch. Alternativ auch Philips Avent Flaschen.
Ist das Bärchen schon größer und will nicht trinken, hat aber schon Augen auf und läuft schon durch die Gegend, ist aber eigentlich noch im Flaschenalter, dann bietet die Milch als Brei an. Wird häufig gerne angenommen.

Durchfall!

Der Stuhl ist sehr häufig bei Flaschenkindern gelblich weich. Ist also nicht immer gleich Durchfall.
Richtig flüssig und ständig, das heißt: oben rein und unten gleich wieder raus, mitunter auch begleitet mit Bauchkrämpfen – das ist Durchfall!
Ähnlich eigentlich wie bei uns Menschen.

Sollte das Bärchen Durchfall bekommen, verdünnt die Milch um 50% mit Wasser. Wird es nicht besser, dann mischt für 2 bis 3 Tage Bactisel oder Stullmisan unter die Milch. Bei Fieber und oder keiner Besserung -> ab zum Tierarzt um die Ursache sowie auch zu hohen Flüssigkeitsverlust zu vermeiden. Nehmt gleich eine Stuhlprobe mit!

Führt Buch! Kauft ein kleines Schulheft. Schreibt täglich das Datum mit aktuellem Gewicht (anfänglich immer vor dem Trinken und nach dem Trinken) auf. Macht Notizen, wie oft, wann gefüttert (Tag und Nacht), Besonderheiten, Medikamentengabe usw. Ihr werdet es sicherlich für die nächsten Jahre immer wieder mal in die Hand nehmen und schauen, was wann war. Und es ist eine gute Kontrolle über den Gesundheitszustand des Tieres. (Wir würden uns übrigens sehr freuen, wenn ihr uns eure Daten zu Verfügung stellen würdet.)

Entwurmung (Flubenol) und Impfung! 

2.-3. Lebenswoche: 1. Entwurmung
4.-5. Lebenswoche: 2. Entwurmung
6.-7. Lebenswoche: 3. Entwurmung
8.-9. Lebenswoche: 1. Schutzimpfung gegen Staupe, Leptospirose, Parvovirose und H.c.c.
9.-10. Lebenswoche: 4. Entwurmung
12.-13. Lebenswoche: 5. Entwurmung
13.-15. Lebenswoche: 2. Schutzimpfung gegen Staupe, Leptospirose, Parvovirose und H.c.c.

Routinemäßige Entwurmungen halbjährlich. Besser noch erst nach einer Stuhluntersuchung, ob eine Wurmkur überhaupt notwendig.
Behandlung gegen Ektoparasiten (Flöhe, Zecken, Haarlinge) am besten mit Spot-on-Präparaten wie z.B. Advantage für Hunde. (Aber nicht vor dem 5ten Monat).
Vor dem 5ten Monat das Tier mit Speiseöl einreiben. Die Flöhe ersticken. Danach Tier säubern.
Impfung: Erst den Schnelltest machen lassen um zu schauen, ob eine Impfung wieder nötig ist! Impfungen halten länger als 1 Jahr!

Nun wünschen wir Euch viel Freude mit Euren Babys! Und denkt daran…. zu zweit ist es immer schöner!
Wir haben auch eine Baby WhatsApp Gruppe für den steten Austausch unter Waschbäreltern. Wenn Ihr dabei sein wollt schreibt uns an info@schutz-der-waschbaeren.de.

zz

 

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