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Einen Waschbärwaisen päppeln – ja oder nein?

Wir wissen Alle, Waschbären sind soooo süß!!
Das stimmt! Aber glaubt mir, nichts für die Wohnungshaltung! Außer, Ihr wollt bei den Waschbären leben und nicht umgedreht!

Oberstes Ziel und Wunsch sollte dabei sein: Das Tier geht in die Natur zurück! Und nicht: Ich will einen Waschbären als Haustier haben!

  • Hast du genügend Zeit?
    Ein Waschbärbaby braucht anfänglich, wenn es noch sehr klein ist, alle 2-3 Stunde Tag und Nacht seine Milch. Das heißt…kein ausreichender Schlaf, keinen Job in dieser Zeit oder nur dann, wenn das Bärchen mit zur Arbeit kann.
  • Platz und Chaos
    Die ersten 8 Wochen sind kein Problem, aber dann werden sie sehr aktiv und wollen ihre Umgebung erkunden. Das Halten in einer Katzentransportbox, Kaninchenstall o.ä. ist dann längst nicht mehr angemessen. Sie haben dann eine Größe von ca. einem ausgewachsenen Kaninchen. Fangen an zu Laufen und zu Klettern.Da Waschbären nachtaktiv sind, werden Sie Dich auch gerne nachts auf Trab halten, weil sie neugierig alles erkunden.
    Es ist ein Gesetz der Waschbären:schaden2 Ein Waschbär hat Vorfahrt und wer nicht Platz macht – fällt. Das kann nicht,  sondern wird so sein! So Einiges wird sein Leben lassen müssen…Pflanzen, Bodenvasen, Dekoartikel, Sofas aus Kunstleder… Schränke werden leergeräumt, Kühlschränke und Türen geöffnet und alles um- und rausgeworfen was nicht festgenagelt und erreichbar ist.
    Sie sind dabei NICHT vorsichtig wie Katzen – sie nehmen keine Rücksicht – wenn was fällt, dann fällt das eben. Könnte auch mal ein Flachbildschirm sein….Alle Bären tun das, da gibt es keine Ausnahmen….und…..sie ändern dieses Verhalten nicht mit dem Alter.

Die Bärchen klettern gerne  an dir hoch, aber ihre Krallen sind sehr spitz und scharf und deine Klamotten werden voller kleiner Löchern sein als hätten Motten dran gefressen! Tapeten werden von den Wänden gepult, Gummidichtungen aus den Türen gezogen, Kunstlederstühle und Sofas zerlegt, sie lieben Kunstleder :). Erst werden Löcher reingebissen und der Inhalt rausgepflückt wie die Tücher aus einer Kosmetiktücherbox. Das sind keine Fiktionen, sondern habe ich alles erlebt! Und nicht nur ich…..

Unter Umständen sind sie auch noch nicht stubenrein, könntest du damit klarkommen? Kannst du ihnen evtl. einen Raum oder ein Gehege zur Verfügung?

Wird das Bärchen definitiv ausgewildert, gibt es noch Folgendes zu beachten:
In der Päppler – Zeit sollte es nur Kontakt zu 1 Pfleger allerhöchsten 2 haben.
Kein bis wenig Kontakt zu Hunden, Autos, allgemein zu Dingen die ihnen in freier Wildbahn zum Verhängnis werden könnten. Hast du die Möglichkeit mit den Bärchen regelmäßig die Natur zu zu erkunden, Bäche, Wälder, Seen? Sie mit ihrer / einer zukünftigen Umgebung vertraut zu machen? Ist diese zukünftige Umgebung geeignet? Gibt es dort schon evtl. zu viele Waschbären, so dass deine Bärchen Probleme mit dem vorhandenen Waschbären bekommen könnten? Gibt es dort überhaupt schon Waschbären? Darfst du sie aussetzen? Magst du ihnen schon Insekten füttern, naturnahe Ernährung?

  • Mindestens 2 an der Zahl….
    Zwei Bärchen oder mehr lernen das Sozialverhalten, Toben und Spielen miteinander. Sie haben sich gegenseitig, wenn der Pfleger mal keine Zeit hat. Das heißt im Umkehrschluss, zieh nicht nur eines sondern mindestens 2 Bärchen groß! mb
    Auch das gemeinsame Auswildern ist zu bevorzugen als ein Bärchen allein in die Natur zurückzuschicken.
    Und Erfahrungsgemäß sind 95% der Bären auswilderbar, wenn der Mensch es will und zulässt! 
  • Die Kosten
    Ein Eimer „Royal Canin – Baby Dogmilk 2kg“ kostet 30€.
    Rechne damit, dass du innerhalb von 8 Wochen mindestens, bei 2 Bärchen, 6 – 7 Eimer benötigst. Milch trinken sie aber bis zum 3ten Monat, auch wenn sie teilweise schon ab 8-10 Wochen versuchen feste Nahrung zu sich zu nehmen. Hinzu kommen Kosten für Wurmkur, evtl. Flohmittel, für eine kleine Apotheke wie Paraffinöl, Bactisel, Stullmisan. Und evtl. auch, wenn das Bärchen erkranken sollte, Tierarztkosten und Impfung, später evtl. Kastration. Kannst und willst du das alles tragen?
  • (Klein)Kinder im Haus
    Ein Bärchen nimmt viel Zeit in Anspruch. Es benötigt auch Nähe, besonders in der Anfangszeit und erst recht, wenn es noch sehr jung sein sollte. Wie kommen deine Kinder damit zurecht? In Punkto Eifersucht? Wenn die Bären älter werden und anfangen zu erkunden, wollen sie viel spielen. Das Spielen ist sehr rabiat. Da Bärchen unempfindlicher gegen Schmerzen sind, beißen sie schon recht heftig zu und reißen und schütteln dabei. Sie versuchen auch an den Menschen hochzuklettern. Ihren Krallen sind sehr scharf. Für ein Kleinkind undenkbar und nicht zumutbar. Auch sind sie häufig sehr aggressiv, wenn es um Futter geht, da wird auch schon mal zugebissen.
  • Wohin mit dem Bären danach?
    Bist du bereit, dich intensiv um einen (End)Platz für die Waschbären zu kümmern? Denn nicht alle lassen sich wieder in die Natur zurücksetzen. (Dies ist auch nur mit Erlaubnis des Försters möglich). Du solltest rechtzeitig beginnen sämtliche Tier- und Wildparks, Zoos, Auffangstationen zu kontaktieren um einen geeignetes Plätzchen zu finden.

Kannst du sie selber übernehmen, hast du den Platz um ein 30m2 Gehege zu bauen? Perfekt! Dann müssen nur behördliche Auflagen erfüllt werden. 

Nun prüfe Dich selbst! Und: Sei wirklich ehrlich zu Dir! Möchtest du Waschbären großziehen?

Lies hierzu: Waschbär als Haustier

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