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Animal Hoarding Waschbären Höxter

„Waschbären – Alcatraz“ in Beverungen (Kreis Höxter)

Tierschutz wird zu Tierschmutz

Animal-Hoarding – Jeder hat davon schon einmal gehört oder gelesen. Meistens handelt es sich dabei um Katzen, Hunde oder Kleintiere. Nur dieses Mal sind es über 60 Waschbären, Füchse, Nasenbären – in privaten Händen.
 
Wir lernten die freundliche, herzliche Person schon vor 1,5 Jahren kennen und stolperten aber schnell über Aussagen, die uns stutzig machten. Damals waren es „nur“ 23 Waschbären neben nicht wenig anderer Tiere wie Katzen, Nasenbären, Minischwein usw. Sie erzählte, sie möchte aber noch Füchse und Marderhunde haben….Animal Hoarding, war unser Verdacht. Und, wie geht das alles mit 4 Kindern? Zeitlich und 3 Jobs? Eindringliche Gespräche waren erfolglos. Letztendlich sahen wir uns zum Schutz der Tiere und der Kinder gezwungen, das Veterinäramt einzuschalten. Leider ohne Erfolg. Auch zu diesem Zeitpunkt gab es schon keine Außengehege und die Tiere wurden in einer alten Scheune ohne Tageslicht, muffig, stickig, oft in Kot stehend, in viel zu kleinen Gehegen gehalten.
 
Als Jeanie dann auch noch später auf Facebook öffentlich postet, dass sie 80! Waschbärwaisen aufgenommen hat, schlugen wir bei den Behörden wieder Alarm – wieder ohne ersichtlichen Erfolg. Wieder glaubte das Amtsveterinär den Aussagen der geschickten Rednerin, dass diese alle vermittelt seien und an den derzeitigen unschönen Haltungsbedingungen sofort gearbeitet wird. Immer wieder mal schrieben uns Leute an und berichtete über die beklagenswerten Umstände. Ein aufgebrachter Tierfreund sendete uns Bilder zu und bat um Hilfe. (Bilder dürfen wir nicht veröffentlichen). Es gingen weitere Anrufe von besorgten Tierfreunden beim Veterinäramt ein.
 
Fast täglich war zu beobachten, wie die 4fache Mutter jeden Notfall einsammelte, sogar ärgerlich wurde, wenn andere Leute es abnehmen wollten.
 
Es wurden u.A. Gelder gesammelt für angeblich vom Sturm abgerissene Gehege, die aber nie existierten. Es gab nie Bilder oder Videos über die Haltung zu sehen, nie Auskunft, wie viele Tiere wirklich schon vor Ort waren. Keiner durfte die Haltung der vorhandenen Tiere sehen. Notfalltiere wurden in der Küche abgeben.
 
Zusätzlich wurde Jeanie-Lyndara und ihre Falschaussagen durch eine Facebookgruppe namens „Waschbärenhilfe“ gedeckt. Versuche von Augenzeugen, auf weitere Missstände hinzuweisen – Waschbären in Papageienkäfigen und Kaninchenställen, Füchse auf 12m² eingepfercht, liefen im Kreis und Vieles mehr – wurden sofort vom Admin Herrn Ralf B. aus Vlotho und seinen Anhängern unterbunden. Fotos gelöscht. Die Leute wurden beschimpft, beleidigt und letztendlich rausgeworfen.
 
Es fand sehr viel Streit, Hass, Verleumdungen in den 1,5 Jahren unter den Waschbär-Tierschützern statt. Es wurde vertuscht, manipuliert, gelogen. Immer wieder wurde unser Verein von diesen Personen diskreditiert, um von sich selbst abzulenken. Der Admin dieser Gruppe selbst hatte Probleme mit den Behörden – vor wenigen Wochen war wieder eine Ermittlung wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz am Laufen. Führt seit Jahren eine persönliche Fehde gegen unsere 1.Vorsitzende, da diese ihn mal als Gruppenadmin rausgeworfen hat, so war es also nicht verwunderlich für uns. Selbst ein Vorstandsmitglied eines Tierschutzvereines aus Lich wusste Bescheid und deckte die traurigen Umstände der Tierhaltung. Wir fühlten uns oft unsagbar hilflos.
 
Am 13.11.2018 wurde dann der Verein „Waschbärenhilfe“ von der Jeanie-Lyndara mitgegründet und eröffnet, welche Tiere für 2019 bei ihr aufgenommen werden. Wieder Waschbären, Marder und Füchse. Wie konnte das passieren? Hatten alle 6 weiteren Gründungsmitglieder kein Mitleid mit den schon vorhandenen Tieren? Sind sie blind, taub, blöd? Mit der Gründung des Vereins wurden weitere Türen für das Hoarding geöffnet.
Fassungslos, hilflos, sprachlos….
 
Zeitgleich meldete sich eine Jägerin bei uns und erkundigte sich ebenfalls nach Jeanies Tierhaltung, da sie in der Jägerschaft viel Negatives hörte. Wir tauschten uns aus und fingen gemeinsam von vorne an die Behörden in Bewegungen zu versetzen. Im Boot saßen dieses Mal, ein Tierarzt, die Jägerschaft, ein geprellter Helfer und wir. Die Jägerschaft berichtete dem Veterinäramt telefonisch über ihren Kenntnisstand. Nichts passierte. Eine Woche später drohten wir schriftlich mit einer Fachaufsichtsbeschwerde. 24 Stunden später stand der Amtstierarzt auf der Matte.
 
Endlich! Endlich ein Hilfeschimmer für die Tiere!!!
 
Ergebnis: Haltung nicht tragbar. Über 60! Waschbären, zusätzlich Füchse und Nasenbären. Tiere aber augenscheinlich gesund. Sofortiges Aufnahmeverbot von weiteren Tieren erteilt, sowie Reduzierung des Tierbestandes. Auch wenn wir der Meinung sind, dass auch die Haltung von 20 Waschbären in diesem Fall immer noch zu viel sind.
 
Natürlich wurden wir sofort auf Facebook in der besagten Gruppe Waschbärenhilfe von Herrn Ralf B. als Tiermörder hingestellt, Verräter, Anscheisser usw. Es wurden den Gruppenmitgliedern befohlen, unseren Verein nicht zu unterstützen….Wir wären verantwortlich dafür, dass die Tiere jetzt sterben müssen….NEIN! Nicht ein einziges Tier wird getötet! Das ist schlichtweg falsch. Im Gegenteil, wir werden aktiv bei der Vermittlung unterstützen und mit den Behörden zusammenarbeiten. Die Behörden haben keinerlei Interesse daran, gesunde Tiere zu töten. Wäre ja auch gegen das Tierschutzgesetz.
 
Nun stellen sich sicherlich viele von Euch die Frage, wie konnte das passieren? Wer hat Schuld? Wir haben uns diese Frage 1,5 Jahre gestellt und hilflos das Treiben mitbekommen.
 
Kurzform in diesem Fall: Facebook – Anonymität! Hervorragende Plattform, um an Tiere ranzukommen. Je aktiver und glanzvoller sich ein „Tierretter-Hoarder“ ins goldene Licht rückt“ umso mehr wird geglaubt und gehypt. Lobeshymnen ausgesprochen, sogar als Opfer hingestellt, „die Arme, die so vielen Tieren helfen muss“.
 
Trotz Allem: Viele wussten oder ahnten es, hörten davon, hatten aber keine Courage den Mund aufzumachen.
Der Amtsveterinär, der zu spät handelte, es aber selbst eingestand und sich entschuldigte.
 
Der Hilfesuchende: Hinterfragt nicht, die Gruppenmitglieder hinterfragen nicht.
 
Diese selbsternannten Retter, die überzeugt sind, dass nur sie es richtig können und als einzige in Frage kommen, die Tiere aufzunehmen, erleichtern es ja einem auch. Sein Tier wird man schnell los, keine Mühe, keine Kosten. In der Gruppe Waschbärenhilfe landeten fast alle Notfälle bei Lyndara! Sollte hier wirklich keinem aufgefallen sein, dass eine Person allein diese immense Arbeit, die Kosten auf Dauer nicht leisten kann? Hier blieben nicht nur Tiere, die zunächst von Lyndara gerettet wurden auf der Strecke, sondern auch der Mensch und die Familie dahinter.
 
Uns ist durchaus bewusst, dass diese Situation aus Tierliebe entstanden ist.
 
Lasst Euch die Unterbringung zeigen, seht Euch die vorhandenen Tiere an, beobachtet, seid wachsam und tragt Verantwortung auch für ein gefundenes Wildtier.
 
Leider haben Studien auch gezeigt, dass ohne psychologische Hilfe das Sammeln von Tieren zu 60-100 % von vorne beginnt. Schaut nicht weg. Nehmt Euch mehr Zeit und schaut Euch die Person und deren Begebenheiten vor Ort an.
 
Wer verbirgt, keine Transparenz zeigt, selbst Notfällen förmlich hinterherläuft, sollte schon mit Vorsicht betrachtet werden. Animal Hoarding gibt’s nicht nur im Fernsehen. Sie kann vor Deiner eigenen Haustür stattfinden.
 
Eben wurde uns noch mitgeteilt, dass der Verein sich von Jeanie-Lyndara getrennt hat und wird in der Form nicht mehr gegründet.
 
Das Foto ist ein Referenzbild. Die uns zugesandten dürfen wir nicht verwenden.

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