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Notfall Marderhund Sonnenschein

Marderhund Sonnenschein ungeliebt und verachtet

Samstag war für unser Verein ein erschreckender Nachmittag.
Gegen 15.30 Uhr klingelte das Nottelefon, 2 junge Mädchen fragten, ob wir helfen könnten, sie hätten einen kranken Waschbären beim Gassigehen gefunden. Er lag mitten auf dem Weg, was für ein Wildtier natürlich sehr ungewöhnlich ist. Sehr häufig haben aber erleben wir, dass Wildtiere sich zeigen, vielleicht um bewusst den Kontakt zum Menschen suchen um Hilfe zu bekommen.
Nach Zusendung der Bilder entpuppte sich der Waschbär zum Marderhund. Augenscheinlich sehr schwerer Räudebefall.
Die jungen Mädchen erzählten, dass sie schon 2 Tierkliniken, eine darunter, die uns richtig enttäuscht hat, da diese schließlich schon unsere Waschbären kastriert und gefilmt haben, sowie 2 weitere Tierärzte und das örtliche Tierheim  Hilfe ablehnten. Die zuständige Auffangstation für dieses Gebiet war 2 Tage nicht erreichbar.

Sie wussten nicht weiter, wollten aber das Tier nicht sterben lassen, ein Anruf bei der Polizei führte auch nicht zum Erfolg.

Schutz der Waschbären – Sonnenschein

Wir kontaktierten die Tierklinik in Lüneburg, wollten die Begründung wissen, warum dieser Notfall abgelehnt wird.
Antwort : „Man sei nicht drauf eingestellt Wildtiere zu behandeln und es sei kein Arzt da, der gegen Tollwut geimpft sei. Schließlich gäbe es ja noch Tollwut, z.B. bei den Fledermäusen und die Übertragen diese Krankheit auch auf Säugetiere.“
Wir ersparen uns mal ein Kommentar zu dieser Ausrede!
Wir baten darum, wenigstens Medikamente auszuhändigen, damit wir selber behandeln können. Eine Injektion gegen Räude und eine Wurmkur gab man mit.
In die Klinik durften man mit dem Tier nicht rein, als die Mädchen fragten was sie denn tun sollen und zeigten ein Foto von Sonnenschein , bekamen sie zur Antwort:

„Wenden Sie sich an das Veterinäramt zum Einschläfern“!

Sie brachten uns Sonnenschein. Er wird von uns versorgt. Es geht ihm mittlerweile schon erheblich besser. Er ist ein Kämpfer, dem Tod von der Schippe gesprungen und auf dem Weg der Besserung.


 

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4 comments

  1. Wie geht es Sonnenschein inzwischen und wie geht es Finchen. Bitte bringt doch mal wieder was neues wie es Beiden geht. Danke

  2. Von ganzem Herzen sag ich Danke, dass ihr für den Kleinen da seid!!! Danke, dass ihr ihn nicht aufgegeben habt und ihn mit so viel Liebe und Fürsorge umgebt!

  3. Der Maderhund sieht wirklich mitleiderregend aus. Das ist so herzerwärmend, wie die Mädchen und ihr ihm helft. Er ist bestimmt noch jung und wenn er durchkommt, wird er bestimmt recht hübsch aussehen und eure Liebe nicht vergessen. Hab noch nie einen Maderhund in der Natur gesehen. Und bin auch noch keinem Waschbären begegnet… kann nur hoffen, dass sie sich vor den Jägern auch so gut verstecken…
    Ein Tip wäre eventuell: kolloidales Silber auf die Haut und innerlich zu verwenden. Es ist in keiner Weise schädlich und hilft gegen alle möglichen Viren, Bakterien und Pilze… und Wunden sollen auch besser heilen. Es brennt auch nicht auf der Haut. Man kann es im Internet oder sogar in der Apotheke bekommen oder Heilpraktiker oder man kennt jemand der es selbst herstellen kann.. Wir kennen eine sehr gute Heilpraktikerin für Tiere, speziell für Hunde, Katzen, Pferde. Sie hat unseren Tieren schon sehr oft geholfen und sie bekommt fast alles wieder auf die Beine, auch vom Tierarzt aufgegebene Fälle. und dabei nimmt sie auch noch weniger Geld als man beim TierArzt lassen würde… Weiss zwar nicht, ob sie schon Wildtiere behandelt hatte, aber am Ende ist es ja auch nix anderes als Hund und Katze. Unsere Ziegen hat sie von Vergiftungen gerettet. Wenn ihr wollt schreib ich euch die Telefonnummer, sie kann evt. auch tel. paar Ratschläge geben… Alles Gute für den kleinen Maderhund und baldige Genesung. Liebe Grüsse aus der Nähe von Bautzen(Sachsen) sendet Claudia.

  4. Ganz so einfach stellt sich die Situation leider nicht dar. Der als solcher kaum noch zu erkennende Marderhund ist augenscheinlich an der Räude (bitte bei Wikepedia nach lesen) erkrankt. Der Krankheitsverlauf ist fortgeschritten und endet mit einem sehr qualvollen Tod. Zumeist ist der Räudebefall gekoppelt mit Haarmilben. Die blutigen Stellen, welche vom Kratzen herrühren, werden dann mit entsprechenden Hautkrankheiten befallen usw. Wir haben bereits mehrere Hunde mit Räude/Haarmilbenbefall gepflegt – das Fell wird nie wieder so wie es war.
    Was ich versuche mit vielen Worten kurz zu erklären ist – hier handelt es sich um Infektionskrankheiten. Welche auch noch einige Zeit, latent im Hintergrund, auf ihre Stunde des Widerbefalls warten können. D.h. es besteht eine hohe Ansteckungsgefahr!!! – sogar für den Menschen. Die Reaktion der Klinik und der TÄ ist aus diesem Grund in meinen Augen verständlich. Dieser Marderhund wird nicht mehr in die Freiheit ausgesetzt werden können und bleibt ein Pflegefall – zumindest bei optimalen Krankheitsverlauf für ein Jahr.
    Ob man dem Tier damit einen Gefallen tut, wage ich zu bezweifeln. Der Tod ist manchmal auch Erlösung. Bei aller sehr verständlichen Tierliebe – es darf nicht nur das Herz – es muß auch der Verstand entscheiden.

    gez. Harald Lyhs – Vors. des FV Gnadenhof Sargstedt e.V.

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