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Quelle: petfamily

Ein Politiker mit Herz für Waschbären

Die Info scheint bei den Jägern und Behörden nicht angekommen zu sein…

Arne Gericke, Europaabgeordneter der Familien-Partei
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Entwarnung nach Veröffentlichung der „Liste gebietsfremder Arten“ durch die EU: „Kein Schießbefehl gegen den Waschbär“ / Kritik an lückenhafter Liste und fehlender wissenschaftlicher Basis bleibt

„Es gibt keine Verpflichtung für Deutschland, den Waschbären in seinen Territorien auszurotten“ – unmissverständlich hat die EU-Kommission anlässlich der heutigen Veröffentlichung ihrer „Liste der invasiven Arten“ dem vor allem im Müritz-Nationalpark und am nordhessischen Edersee beheimateten Pelztier eine Art Freibrief erteilt. Ein Ziel, für das Arne Gericke, Europaabgeordneter der Familien-Partei, lange gekämpft hat: „Eigentlich wollte ich den Waschbär komplett von der Liste haben – er ist in Deutschland seit 100 Jahren daheim, kein Fremder. Im Ende aber zählt eines: Europa stellt dem Waschbären keine Falle – das ist gut so.“ Trotzdem hat Gericke die Veröffentlichung der Liste genutzt und an EU-Umweltkommissar Karmenu Vella geschrieben: „Wagen Sie ein schnelles Update der Liste. Nehmen Sie den Waschbären herunter. Packen sie problematische Arten wie den Mink darauf. Er ist ein echter Problemfall!“

Als Mitglied der fraktionsübergreifenden Parlamentarischen Arbeitsgruppe Tierschutz hatte Arne Gericke sich frühzeitig in die Debatten eingeschalten und sich vor den Waschbär gestellt: „Ich bin den vielen Tierschützern und Waschbär-Freunden dankbar für ihren Einsatz, ihre emails. Sie haben mich für das Thema sensibilisiert – und mir klar gemacht: Gerade in Gegenden wie der Müritz ist der Waschbär kein Problem – er ist Teil des Ökosystems, hat sich eingefügt. Wenn überhaupt, kommt es hin und wieder zu kleineren Problemen, wenn er in Stadt kommt. Allerdings ist er auch da mit umgeworfenen Mülltonnen und geklautem Katzenfutter weit von den Schäden entfernt, die beispielsweise Wildschweine anrichten, wenn sie sich in Rudeln durch Berliner Gemüsegärten graben.“

Insgesamt ist Gericke mit der klaren Aussage der EU-Kommission zufrieden: „Deutschland muss wegen dieser Liste keinen einzigen zusätzlichen Waschbären töten – Europa stellt unseren pelzigen Freunden an Müritz und Edersee keine Falle!“ So lasse Artikel 19 der Regulierung EU 1143/2014 Deutschland „allen Freiraum, angemessene Managementpläne für den Waschbären aufzustellen, die das Tier wie bisher schützen. Es gibt defintiv keinen Schießbefehl gegen den Waschbär.“ Es gehe, so die EU-Kommission, einzig und allein darum, eine Ausbreitung der Art dort zu vermeiden, wo sie „großen Schaden“ anrichten könne – und das seien im Fall des Waschbären etwa Inseln.

Ganz zufrieden aber ist Gericke trotzdem nicht: „Wir müssen die heute veröffentlichte Liste in der Arbeitsgruppe Tierschutz intensiv diskutieren. Ich bin überzeugt: Es braucht einen schnellen update“ – und damit verbunden eine komplette Herausnahme für den Waschbären. Stattdessen sollten „wirklich problematische Arten wie der Amerikanische Mink unbedingt dazu. Sie sorgen europaweit für Probleme und vernichten beispielsweise Vogelbrut in großem, bedrohlichen Maßstab.“

Weil ihm selbst das Thema wichtig ist, hat er schon mal einmal reagiert und dem zuständigen EU-Umweltkommissar Karmenu Vella einen Brandbrief geschrieben: „Sie wissen selbst, wie umstritten die Liste ist. Sie wissen um die bekannten Mängel. Haben Sie den Mut, diese schnell zu korrigieren. Im Sinne des Tierschutzes, im Sinne der Artenvielfalt.“

Quelle: http://arne-gericke.eu

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One comment

  1. Hallo,

    schön, dass es auch Menschen gibt, die sich gezielt für diese süße Gattung einsetzt. Heute erst habe ich im MDR wieder gehört, dass man die Jagd auf Waschbären verstärken will. Gibt es denn kein andere Möglichkeit z.B. gezielte Geburtenkontrolle, womit eine Jagd und Tötung verhindert werden kann ? Es wird zwar auch dann immer Idioten geben, die diese Tiere hassen und töten wollen, aber im Großen Un Ganzen könnten die Tiere in den meisten Regionen dann leben. Viele Städte setzen sogar bei Stadtrtauben mittlerweile auf eine zentrale Fütterung und Unterbingung, sodass hier durch Entnahem der Eier die Anzahl reduziert wird. Das ist natürlich beim Waschbären so nicht möglich, aber Menschen, die sich damit auskennen, könnten sich hier vielleicht auch etwas einfallen lassen. Man muss es eben dann nur verbreiten. Es ist so schlimm das diese süßen Wesen, auch wenn sie Schaden anrichten, gejagd werden. Der Mensch läßt Wildtieren ohnehin kaum noch Lebensraum und wenn sie sich dann in die Orte wagen, werden sie gejagd.

    Mit freundlichen Grüßen
    Sylvia Bode

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