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Wie kam der Waschbär nach Deutschland

Wie kam der Waschbär nach Deutschland

Bereits 1910644342_1111683862188847_1885459873582913317_o20 und 1927 wurden Tiere zur Pelzzucht nach Deutschland eingeführt.
Die deutsche Population lässt sich auf zwei im Jahre 1934 von Forstmeister Berlepsch ausgewilderte Waschbärpärchen am nordhessischen Edersee zurückführen. Er beantragt am 26. März 1934 auf dem Dienstweg über den Landforstmeister für den Bezirk Kassel West (Regierungspräsidium Kassel) beim Landesjägermeister in Berlin die Genehmigung, zwei Paare Waschbären im Staatswald der Revierförsterei Asel aussetzen zu dürfen. Er verweist darauf, dass die Nahrung der Waschbären „in der Hauptsache in Kerbtieren besteht“ und ein „Schaden bei ihrer Lebensweise höchst unwahrscheinlich ist“ und bittet
„um möglichste Beschleunigung, weil die eine Bärin kurz vor dem Werfen steht und das Aussetzen vorher erfolgen müsste“.

Als die Genehmigung das Forstamt erreichte, hatte Forstmeister VON BERLEPSCH bereits vollendete Tatsachen geschaffen.
Am 12. April 1934 waren die Tiere vormittags in 2 Kisten auf die Südseite des Edersees gebracht und geöffnet worden.
Am nächsten morgen waren die Tiere nicht mehr zu sehen.
Auf Antrag des Bezirksforstamtes Kassel- West hatte das Regierungspräsidium in Kassel zwischenzeitlich eine polizeiliche Anordnung erlassen (22.9.1934), nach der der Waschbär in insgesamt 14 Gemarkungen südlich des Edersees unter Naturschutz gestellt war

1945 entwichen dann rund 25 weitere Exemplare aus einer Pelztierfarm nahe Berlin – ob durch einen Bombentreffer oder einen Tierfreund, der die Bären in den letzten Kriegstagen vor dem Verhungern retten wollte, ist ungewiss. Sie gründeten das östliche Standbein der deutschen Gesamtpopulation, die spätestens mit dem Fall der Grenzanlagen 1990 zusammenwuchs, bis heute aber zwei deutliche Schwerpunkte erkennen lässt.

Die Analyse von 407 Waschbären führte Mari Fischer zu der Annahme, dass mindestens vier unabhängige Aussetzungen stattgefunden haben. Ihre Untersuchungen lassen auch darauf
schließen, dass bis heute weitere Tiere in Freiheit gelangen. Die Studie zeigt somit, dass es sich bei dieser Tierart nicht um ein Beispiel handelt, bei dem die Art trotz einer geringen Anzahl an Gründertieren und der somit einhergehenden starken genetischen Verarmung den Ausbreitungserfolg verzeichnen konnte, sondern, dass tatsächlich mehr Tiere die heutige Population begründet haben als bisher angenommen.

Ein Schwerpunkt des heutigen Verbreitungsgebietes liegt im Dreiländereck Hessen, Nordrhein-Westfalen (1944), Niedersachsen (1955). In Baden-Württemberg wurden die Tiere erstmals 1960 entdeckt – in Bayern 1960 oder 1962.

Möglicherweise wurden 1945 in Rheinlandpfalz auch einige Waschbären vom Amerikanischen Militär ausgesetzt.

Quellen:
Artikel Eberhardt Leicht
Uni Trier

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