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Waschbär in Not – Rechtliche Lage

Waschbär in Not – Rechtliche Lage

§45 Abs. 5 : Abweichend von den Verboten des § 44 Absatz 1 Nummer 1 sowie den Besitzverboten ist es vorbehaltlich jagdrechtlicher Vorschriften ferner zulässig, verletzte, hilflose oder kranke Tiere aufzunehmen, um sie gesund zu pflegen. Die Tiere sind unverzüglich freizulassen, sobald sie sich selbständig erhalten können.

Wildtiere sind im Sinne des Gesetzgebers „herrenlose Tiere“ und unterliegen dem Jagdrecht (bei jagdbaren Arten, wie z.B. Fuchs, Wildschwein) oder dem Naturschutzrecht. Auch diese Tiere darf man sich nicht „aneignen“. Bei unter Naturschutz stehenden Arten ist es aber zulässig, kranke oder verletzte „Findlinge“ zur Pflege aufzunehmen, wenn sie danach wieder umgehend in die Natur entlassen werden. Ist das nicht möglich, sollte die Naturschutzbehörde des jeweiligen Bezirkes verständigt werden. Aus den Augen des Tierschutzrechtes ist die Haltung von Wildtieren in Gefangenschaft verboten und nur im Einzelfall durch die untere Naturschutzbehörde mit dem Ziel der Wiederauswilderung genehmigungsfähig, bei Waschbären hat jede Kommune seine eigenen Bestimmungen!

„Eignen wir uns das Tier an“ machen wir uns im Prinzip der Wilderei schuldig und können evtl. vom Jäger angezeigt werden. Der „Finder“ des Wildtieres ist verpflichtet, es der zuständigen Polizeidienststelle oder dem Förster zu melden! Damit hat man seiner Pflicht genüge getan und kann nicht wegen Wilderei angezeigt werden.

Helfen wir dem Tier nicht, riskieren wir eine Anzeige, da wir dem Tier durch Unterlassen erhebliche Schmerzen und Leiden zugefügt haben.
Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen (§ 1 TierSchG)

Außerhalb von Jagdflächen, insbesondere in sogenannten „befriedeten Gebieten“ wie zum Beispiel Wohnsiedlungen, Grünanlagen, Friedhöfen oder Gärten, ist eine Jagdausübung aus
Sicherheitsgründen gesetzlich verboten. Somit fällt es auch dort nicht unter Wilderei, wenn  man ein hilfebedürftiges Wildtier aufnimmt.
Bremen ist zur Zeit (2016) das einzige Bundesland, wo der Waschbär nicht unter das Jagdrecht fällt.

(Angaben ohne Gewähr)

Hier zur Internetseite des Bundesnaturschutzgesetzes

 

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