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Waschbären – Intelligenz vergleichbar mit Rhesusaffen

Waschbären von der Intelligenz vergleichbar mit Rhesusaffen
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Waschbären sind ausgesprochen neugierige Tiere, die nicht ihre Finger von neuen, interessanten Gegenständen lassen können und sie mit ihren Vorderpfoten stets einer ausgiebigen Untersuchung unterziehen. Leider gibt es nur sehr wenige Forschungsergebnisse darüber, was ein Waschbär so alles im Köpfchen hat. In praktisch keinem (populär)wissenschaftlichen Sachbuch findet sich mehr ein knapper Absatz über seine konkreten geistigen Fähigkeiten. So wurde anscheinend noch niemals ernsthaft untersucht, ob der Waschbär den Spiegeltest besteht.

Ein ganzes Jahrhundert ist beispielsweise schon vergangen, seit der Verhaltensforscher H. B. Davis herausfand, dass das Lernvermögen von Waschbären mit dem von Rhesusaffen vergleichbar sein soll. Bei dem von ihm durchgeführten Test mussten seine Probanden eine ganze Kaskade an Schaltern, Hebeln und Schlössern betätigen um an einen Leckerbissen in einer Kiste zu kommen. 11 der 13 Mechanismen öffneten sie nach weniger als zehn Versuchen und waren auch in der Lage, das Gelernte später wieder abzurufen um noch einmal die gleichen Mechanismen zu betätigen. Dieses Mal aber in einer anderen Reihenfolge oder bei einer auf dem Kopf stehenden Kiste.

Weil der Sehsinn beim Waschbären nur eine untergeordnete Rolle spielt, ist es jedoch unwahrscheinlich, dass er in der Lage ist, sein eigenes Spiegelbild zu erkennen. Dem entgegengesetzt berichtete die kalifornische Rangerin Harriet Weaver in ihrem Buch „Frosty: A Raccoon to Remember“ davon, dass ein von ihr aufgezogener Waschbär seine Reflektion an der Wasseroberfläche erkannt habe.
In den 1960er und 1970er Jahren wurden schließlich zwei Experimente durchgeführt, bei denen sich zeigte, dass die getesteten Waschbären auch noch nach mehr als einem Jahr wussten, wie der jeweils zum Einsatz kommende Mechanismus bedient werden muss. Beobachtet wurde außerdem ein eher simpler Einsatz von Gegenständen als Wurfwerkzeug. Ein Waschbär bewarf aus sicherer Entfernung nämlich einen gefährlichen Hund mit Steinen bis dieser schließlich das Weite suchte.

 

Quellen:

[DW] Ulf Hohmann: „Der Waschbär“, S.71–72
[FAR] Harriet E. Weaver: „Frosty: A Raccoon to Remember“, S. 30

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